Februar 2010
Heidi Kendzierski / Koordinatorin Bündnis für Remscheid:
Ich bin seit Anfang 2009 arbeitslos und die Aussichten, eine bezahlte Arbeit zu bekommen sind denkbar schlecht. Nach fast 42 Jahren Berufstätigkeit und Qualifikation tut das schon weh. Umso besser war meine Entscheidung, mich bei der Freiwilligenzentrale “Die Brücke” zu melden. Von den 3 Vorschlägen, die eine freundliche Mitarbeiterin mir direkt bei der Vorstellung schon anbieten konnte, habe ich mich für den Paritätischen entschieden. Nach einem kurzen Vorstellungsgespräch bei Frau Feldbrügge, der Geschäftsführerin des Paritätischen in Remscheid/Mettmann, begann ich für jeweils einen Vormittag in der Woche meine Tätigkeit. Natürlich war ich auch etwas ängstlich, ob dieses total andere Metier (habe bisher nur in der Industrie gearbeitet) etwas für mich sei.
Meine Aufgabe ist die Koordination für das Bündnis für Remscheid. Das Bündnis wurde von den Wohlfahrtsverbänden – Rotes Kreuz, Diakonie, Caritas, Der Paritätische und AWO – gebildet, um die Menschen in Remscheid aufzurütteln und gegen die Verschuldung der Stadt Remscheid aufgrund von Gesetzen von Bund und Land zu protestieren. Das Bündnis hat hierzu eine Unterschriftenaktion initiiert und auf der Internetseite www.buendnis-fuer-remscheid.de ist es möglich, die Petition online zu unterzeichnen. Ich begann meine Arbeit damit, die Unterzeichner der bisher eingegangenen Unterschriftslisten auf der Internetseite einzutragen. Weiterhin wollen wir die Zahl der Unterschriften natürlich noch erhöhen und dazu ist es erforderlich, alle potentiellen Gruppierungen anzuschreiben und um Unterstützung zu bitten. Um die Informationen über das Bündnis weiterverbreiten zu können, sollte ein Flyer gedruckt werden. In die Gestaltung wurde ich aktiv mit einbezogen, was mir sehr gut gefallen hat. Die Verteilung der Flyer wird in den nächsten Wochen intensiviert und dazu bedarf es auch wieder vieler Kontakte.
Das nächste Projekt war “Die Pleitegeierfahne”, die bis Aschermittwoch vor dem Rathaus hängt. Ich wurde in die Planung mit einbezogen und bekam Kontakt mit “Wuppertal wehrt sich”, die diesen Pleitegeier-Wanderpokal initiiert hat. Überall in NRW bilden sich neue Bündnisse und es ist sehr interessant, mit dabei zu sein. Mehrfach wurde ich zu Besprechungen, Klausurtagungen und Veranstaltungen der Bündnisteilnehmer bzw. des Paritätischen eingeladen. Es war für mich sehr interessant, die sozialen Zusammenhänge in der Stadt Remscheid mit ihren Verbindungen und Netzwerken kennen zu lernen.
Die Arbeit für das Bündnis für Remscheid hat mir eine andere Sichtweise auf “meine” Stadt gebracht und ich habe eine Menge engagierter Menschen, die sich für ein lebenswertes Remscheid einsetzen, kennen gelernt. Mit Frau Mättig, Sachbearbeiterin beim Paritätischen, bekam ich eine sehr nette neue Kollegin und ich hoffe, dass wir auch nach Beendigung meiner Arbeit im Mai in Kontakt bleiben werden. Ich war es von meiner früheren Tätigkeit gewohnt, selbständig zu arbeiten und Frau Feldbrügge hat dies auch bei meiner ehrenamtlichen Tätigkeit sehr unterstützt.
